Baby? Ja, nein, vielleicht?

von | 09.04.2022 | Eine Entscheidung treffen

Das Baby bekommen, oder nicht? Eine der wohl schwersten Entscheidungen, die man sich vorstellen kann.

Ich werde oft gefragt, ob ich Pro Life oder für das Recht auf Abtreibung bin. Meine Antwort ist immer dieselbe: „Ja, zu 100 %!“. Diese Antwort führt entweder zu Verwirrung oder meine Klienten gehen einfach davon aus, dass ich ihre Ansicht teile, doch für mich schließt das eine das andere nicht aus.

Jeder sollte das Recht haben, sich frei entscheiden zu können.

Wenn eine Frau in einer ungesunden Umgebung wohnt, in der ein Kind nicht sicher aufwachsen würde, wenn die Lebensumstände nicht passen, in der Schwangerschaft festgestellt wird, dass das Baby krank ist, man einfach keine Kinder will oder man vielleicht sogar durch eine Vergewaltigung schwanger wurde, sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen, ob man das Baby bekommt oder nicht. Manch einer sagt, dass so die Vergewaltigung doch etwas Gutes in die Welt gebracht hat und sieht sein Kind als Glücksfall und Segen an, ein anderer hasst das Kind, dass einen immer und immer wieder an diesen Vorfall erinnert und sieht es als Teufelsbrut an.

Jedes Leben ist kostbar und jeder hat das Recht auf Glück.

Wenn man sich auf sein Baby freut, ganz gleich der Umstände, dann ist die Entscheidung klar. Man befreit sich im besten Fall, dem Kind zuliebe aus der ungesunden Umgebung und man passt die Lebensumstände an, ganz gleich, was dies auch kosten mag. Ist der Embryo krank und man will ihm dennoch die Chance geben gesund werden zu können und man könnte vielleicht auch einfach nicht damit leben, es nicht zumindest versucht zu haben, dann sollte man es versuchen. Wird eine Behinderung festgestellt und man spürt in sich, eine so tiefe Liebe für das ungeborene Baby, dass man es dennoch bekommen und für es da sein will, ganz gleich, wie die Umwelt auch darauf reagieren mag, dann sollte man das Kind bekommen. Würde man sich hier gegen das Baby entscheiden, würde man vermutlich nur schwer damit leben können. Die Entscheidung ist dann ganz einfach und klar.

Kind Baby Mutter Liebe

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Was, wenn die Entscheidung nicht so einfach ist?

Wird festgestellt, dass der Embryo krank oder behindert ist, muss man sich selbst die Frage stellen, ob man dem Baby wirklich einen Gefallen damit tut, es auf die Welt zu bringen. Wenn man sich hier dagegen entscheidet, dann ist es bestimmt die richtige Entscheidung, da man es eben doch oft spürt, ob es gut gehen würde oder einfach nicht sein soll und dem Baby so mögliche Qualen erspart. Dies ist wohl die härteste Entscheidung überhaupt, besonders dann, wenn ein Kinderwunsch vorhanden ist.

Das ungewollte Kind

Sollte jemand, der schwanger ist, sich aber weder dazu in der Lage fühlt, ein Kind aufzuziehen noch zu lieben, wirklich ein Kind bekommen?

Wenn man genau weiß, dass man nicht dazu in der Lage ist, ein Kind allein großzuziehen, selbst nicht in der psychischen oder physischen Verfassung ist, um für ein Kind da zu sein, dem Kind Vorwürfe macht, dass es einem das Leben kaputt gemacht hat oder vielleicht auch süchtig ist und dem Baby damit schadet, sollte man sich dann dazu gezwungen fühlen, ein Kind in die Welt zu setzen?

Sorgen, Kummer, Krise

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Die Adoption

Wer sich selbst nicht dazu in der Lage fühlt, ein Kind aufzuziehen, kann das Baby zur Adoption freigegeben. Doch dies ist leichter gesagt als getan, zum einen muss man damit leben, dass ein Teil von einem da draußen lebt. Man weiß nicht, wie es seinem Kind ergeht und ob es bei einem selbst nicht vielleicht doch besser aufgehoben gewesen wäre. Während der Schwangerschaft, spürt man das Baby, es werden Hormone ausgeschüttet und eine Bindung wird hergestellt, was es einem nicht einfach macht, sich von seinem Baby zu trennen. Eine Schwangerschaft lässt sich auch nur schwer verbergen, besonders in den Frühlings- und Sommermonaten. So spürt man den Druck der Gesellschaft das Kind zu behalten, man hat Angst davor als schlechter Mensch verurteilt zu werden und lässt sich eventuell in die Elternrolle drängen.

Auf der anderen Seite kann man sich durch die Möglichkeit der Adoption mit der Entscheidung auch Zeit lassen. Die Erfahrung der Schwangerschaft und Geburt auf sich wirken lassen und erst dann eine Entscheidung treffen, wenn man auch wirklich so weit ist, ganz ohne Zeitdruck. So haben Sie die Chance, eine Bindung zu Ihrem Baby aufzubauen, es auf die Welt zu bringen und es vielleicht auch zu versuchen, denn manchmal ist in der Realität alles ganz anderes, wie man es sich zuvor ausgemalt hat.

Eltern, die nie ein Baby wollten.

Viele Eltern, wollten nie Eltern werden, sie wurden aus den verschiedensten Gründen in die Elternrolle gedrängt und lassen ihren Unmut darüber nicht selten an den Kindern aus. Diese Eltern gehen an der Elternrolle vielfach regelrecht zugrunde und ziehen ihre Kinder mit sich in den Abgrund. Häufig werden die Kinder dann psychisch, vielleicht sogar physisch misshandelt und machen schlicht die Hölle durch.

Kindheit Trauma

Immer wieder lerne ich durch meine Arbeit Menschen kennen, die mir Geschichten aus ihrer Kindheit erzählen, die wirklich grauenvoll sind. Viele davon sagen ganz klar, sie würden bis heute nicht verstehen, warum ihre Eltern, Eltern wurden, da sie dafür einfach ungeeignet waren. In unserer Gesellschaft ist es normal zu heiraten und Kinder zu bekommen, wenn man dieser Norm nicht entspricht, passt man nicht ins Bild. Man muss sich immer und immer wieder rechtfertigen und wird entweder bemitleidet oder verurteilt. Doch gibt es tatsächlich auch Menschen, die einfach keine Kinder wollen und dann auch besser keine bekommen sollten. Und dann gibt es auch noch die, die keine bekommen können.

Unerfüllter Kinderwunsch.

Wer selbst kein Baby bekommen kann, fühlt sich schnell als Mensch zweiter Klasse, als würde man die Erwartungen der Gesellschaft und den eigenen Lebenssinn nicht erfüllen. Dass man sich dann auch noch überall dafür rechtfertigen muss, warum man selbst noch keine Kinder hat, macht es nicht besser.

Alles hat einen Grund, selbst wenn man diesen in dem Moment nicht verstehen kann. Vielleicht soll es einfach so sein, dass du ein Kind adoptierst oder einen Partner findest, der selbst schon Kinder hat, die du als die eigenen ansehen kannst. Vielleicht trägst du auch eine Krankheit mit dir herum, welche das Baby erben würde, vielleicht ist es auch einfach nur unfair, man weiß es nicht. Doch es gibt die Möglichkeit zu adoptieren oder selbst Pflegemutter/-vater zu sein und einem Kind die Liebe zu schenken, die es sonst vermutlich nicht finden würde.

Für den, der einen starken Kinderwunsch in sich trägt, doch keine Kinder bekommen kann, ist es wichtig, sein Leben mit Kindern zu teilen, wenn es nicht die eignen sind, so heißt es vielleicht auch größer zu denken. Lehrer, Kindergärtner, Trainer oder Gruppenleiter haben viele Kinder um sich herum und können ihren Kinderwunsch eventuell auch so ausleben. Vielleicht nimmst du auch ein Haustier bei dir auf, welches du so sehr liebst, dass der Kinderwunsch damit erfüllt ist. Hier heißt es, tief in sich hineinzuhören und nach einer Möglichkeit zu suchen, die sich für einen richtig und gut anfühlt.

Weihnacht Weihnachtszeit

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Das Urteil

Wer selbst einen starken Kinderwunsch in sich trägt, schon Kinder hat, Kinder bekommen möchte oder selbst keine Kinder bekommen kann, versteht nur schwer, dass jemand der mit einer Schwangerschaft gesegnet ist, diese nicht als Segen sehen kann. Doch jeder Mensch ist verschieden und man weiß nie, was in einem Menschen alles vorgeht und was er gerade durchmacht. Der Mensch ist nur allzu gern dazu bereit, andere für seine Entscheidung zu verurteilen, doch wenn man nicht in derselben Lage ist, ist es leicht, sich ein Urteil zu bilden.

Das Baby zu behalten, zur Adoption freizugeben oder abzutreiben ist wirklich keine leichte Entscheidung und sollte jeder für sich selbst treffen, denn man muss so oder so damit leben.

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Hallo, mein Name ist Stefanie Schmiedeberg

Selbstliebe war für mich etliche Jahre ein riesiges Thema. Ich war mir selbst einfach nichts wert, traute mir nichts zu und fand mich nur zu oft in Situationen wieder, in welchen ich die Opferrolle einnahm. So wurde ich meist nicht ernst genommen, wurde gemobbt, hatte Freunde, die im Grunde keine waren und fand mich in Liebesbeziehungen wieder, die man als Albtraum zusammenfassen kann. Erst als ich anfing, mir selbst etwas wert zu sein, an mich selbst zu glauben und so zu lieben, wie ich bin, änderte sich mein Leben zum Positiven.

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