Es ist nie leise im Kopf: Wenn Denken nicht linear ist

Es ist einfach nie leise in meinem Kopf
Es gibt Menschen, die sich hinsetzen können und einfach nur einen Gedanken haben oder gar an überhaupt nichts denken. Zumindest wurde mir das so erklärt, für mich ist das jedoch unvorstellbar.
Meine Gedenkenwelt war für mich lange kein Ort der Ruhe, denn es ist nie leise im Kopf, ständig geschieht etwas. Gedanken entstehen, verbinden sich, laufen parallel nebeneinander, verändern ihre Richtung, manche führen zu Fragen, andere zu Antworten, manche werden verworfen, tauchen später wieder auf oder entwickeln sich weiter. Heute weiß ich, dass genau diese Art zu denken ein Teil von mir ist. Aber es hat viele Jahre gedauert, bis ich das verstehen konnte. Denn in einer Welt, in der vieles darauf ausgerichtet ist, Dinge nacheinander zu erledigen, Informationen Schritt für Schritt aufzunehmen und eine klare Antwort auf eine klare Frage zu geben, kann ein Denken, das in vielen Ebenen gleichzeitig arbeitet, schnell falsch verstanden werden.
Wenn der Kopf nie nur einen Gedanken hat
Schon als Kind merkte ich, dass mein Denken anders funktioniert. Wenn ich an einen Apfel denke, sehe ich nicht nur einen Apfel. Es entsteht nicht einfach ein einzelnes Bild. Es öffnen sich verschiedene Ebenen gleichzeitig. Ich sehe verschiedene Farben, Formen und Darstellungen. Ich sehe ihn direkt vor mir, spüre ihn in meiner Hand, sehe ihn als Bild, als Zeichnung, als Symbol, vielleicht als Logo. Verbinde ihn mit Geschmack, Geruch, Erinnerungen, Emotionen und Situationen. Ich sehe nicht nur den Apfel selbst, sondern erinnere mich an alles, was mit diesem Gedanken verbunden ist. Es entstehen Verknüpfungen, bevor ich überhaupt bewusst darüber nachdenke.
Ein einziger Begriff kann ein ganzes Netzwerk eröffnen. Und genau so funktioniert mein Denken. Während ich einen Gedanken denke, laufen bereits viele andere parallel dazu weiter. Es ist schwer zu beschreiben. Vielleicht, weil unsere Sprache darauf ausgelegt ist, Dinge nacheinander zu erklären. Mein Denken passiert jedoch selten nacheinander, sondern meist eher gleichzeitig.
Viele Jahre dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht.

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Wenn Denken nicht linear ist!
In der Schule wurde von mir erwartet, dass ich Informationen auf eine bestimmte Weise verarbeite. Ich sollte lesen, speichern und wiedergeben. Ich sollte mich auf eine Sache konzentrieren und alles andere ausblenden. Doch genau das war für mich unmöglich. Nicht, weil ich nichts verstanden hätte. Sondern, weil mein Verständnis nicht an einer einzigen Stelle endete. Während ich einen Satz las, entstanden bereits Zusammenhänge, weitere Fragen, Bilder, Vergleiche und ganz andere Perspektiven. Mein Gehirn ging weiter, bevor ich überhaupt erklären konnte, was gerade passierte. Von außen sah das aus wie Unkonzentriertheit, vielleicht sogar Desinteresse oder fehlende Disziplin. Aber in meinem Inneren passierte das Gegenteil. Es war nicht zu wenig, es war nur nicht linear.
Ich erinnere mich daran, wie sehr mich diese Zeit geprägt hat. Wenn man über Jahre immer wieder erlebt, dass die eigene Art zu lernen nicht funktioniert, beginnt man irgendwann, an sich selbst zu zweifeln. Man fragt sich nicht mehr nur: „Warum fällt mir das schwer?“ Irgendwann fragt man sich: „Was stimmt mit mir nicht?“ Und genau dort liegt eine große Gefahr. Denn manchmal ist nicht der Mensch falsch. Manchmal ist nur die Umgebung nicht passend.
Warum die Art des linearen Lernens für mich die falsche war
Wenn der Lehrer mir ein Buch gab und sagte: „Lies diesen Absatz und wiederhole anschließend genau, was dort steht.“ Dann hatte ich ein Problem. Nicht, weil ich den Absatz nicht verstanden hätte. Sondern weil mein Gehirn bereits angefangen hatte, etwas damit zu machen. Mein Gehirn arbeitete nicht Schritt für Schritt, es arbeitete in Netzen. Ich dachte in Zusammenhängen, verband Informationen miteinander und sprang zwischen Perspektiven hin und her. Das exakte Wiederholen war für mich schwer und überforderte mich regelmäßig.
Je mehr ich versuchte, mich auf die Art des linearen Lernens zu reduzieren, desto schlechter funktionierte es.
Wenn ich Hausaufgaben machen musste, war zuerst das eine Fach und dann das andere Fach dran, auch das lag mir nicht, ich brauchte Stunden, um mich durch den Stoff zu quälen. Wenn ich jedoch alleine gelernt habe, dann lagen alle Bücher verteilt auf dem Tisch, ich machte alles gleichzeitig und konnte mir so auch alles viel leichter merken.
Irgendwann verstand ich, wenn ich auf meine eigene Art lernen durfte, veränderte sich etwas. Ich konnte Wissen aufnehmen, weil ich Zusammenhänge herstellen durfte. Endlich konnte ich verschiedene Themen miteinander verbinden, mich mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigen und tiefer gehen. Ich durfte verstehen, statt nur wiederzugeben. Und plötzlich war Lernen nicht mehr so schwer. Ich sog Wissen auf, weil mein Gehirn nicht mehr ständig gegen eine Methode arbeiten musste, die nicht zu mir passte.
Wenn ich heute ein Buch lese oder etwas lerne, läuft nebenher der Fernseher, ein Podcast oder Musik, ich schreibe Gedanken zu dem Gelesenen in ein Notizbuch, google am Laptop bestimmte Dinge und schlage andere in anderen Büchern nach. Diese Art überlastet mich nicht, im Gegenteil es lastet mich aus, ich kann ganz da sein, so funktionieren, wie ich es nun mal tue.

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Wie soll Ruhe entstehen, wenn es nie leise im Kopf ist?
Heute weiß ich, mein Denken ist nicht linear. Es bewegt sich über verschiedene Ebenen, Perspektiven und Verbindungen. Manchmal ist das ein Geschenk und manchmal ist es anstrengend. Denn eine Gedankenwelt, bei der es nie leise im Kopf ist, macht nicht einfach auf Knopfdruck Pause. Wenn viele Gedanken gleichzeitig entstehen, kann das schön sein, aber es kann auch ermüden. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass Ruhe für mich nicht unbedingt bedeutet, dass überhaupt kein Gedanke mehr da ist. Ruhe kann auch bedeuten, dass ich nicht jedem Gedanken folgen muss.
Wenn ich die Augen schließe, wird es nicht automatisch ruhig und dunkel. Ich nehme weiterhin Umrisse, Eindrücke, Bewegungen und Licht wahr. Mein Inneres wird nicht einfach still, nur weil außen weniger passiert. Auch nachts arbeitet mein Kopf weiter, es ist nie leise im Kopf. Meine Träume verlaufen selten wie eine einzige Geschichte. Oft sind es mehrere Ebenen gleichzeitig, mehrere Eindrücke, mehrere Erzählungen, mehrere Gedankenwelten.
Wenn es nie leise im Kopf ist, ist es schwer das Denken zu kontrollieren
Es ist nicht immer leicht, denn genau wie positive Gedanken viele neue Möglichkeiten öffnen können, können sich auch schwierige Gedanken sehr schnell ausbreiten. Ein negativer Gedanke bleibt nicht immer nur ein Gedanke. Er kann sich innerhalb kürzester Zeit verzweigen. Er kann neue Fragen erzeugen, neue Sorgen, Ängste und Zweifel entfachen und neue Szenarien kreieren. Früher hat mich das oft mitgerissen.
Heute beobachte ich diese Prozesse anders. Ich habe gelernt, nicht jeden Gedanken sofort als Wahrheit anzunehmen. Ich kann erkennen, wann meine Gedanken gerade wieder ein großes Netz aus Möglichkeiten aufbauen. Nicht immer gelingt mir das sofort. Aber ich habe gelernt, dass ich nicht jedem Gedanken folgen muss.
Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem ich heute anders mit mir umgehe. Ich versuche nicht mehr der Norm zu entsprechen und meinen Kopf leer zu bekommen. Ich versuche, mit ihm zu leben und dazu gehört auch, anzunehmen, dass es nie leise im Kopf wird, mein Denken ist nicht linear und das dies für mich ganz normal ist. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich Astrologie und Coaching so sehr faszinieren.

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Die Astrologie arbeitet mit Symbolen und Zusammenhängen. Sie betrachtet nicht nur einzelne Elemente, sondern Beziehungen zwischen verschiedenen Ebenen. Zeichen, Häuser, Planeten, Achsen, Aspekte, Zyklen und unterschiedliche Perspektiven ergeben zusammen ein komplexes Bild. Genau diese Art des Denkens liegt mir.
Wenn die Gedanken Urlaub machen
Ich mag Systeme, die nicht nur eine einzige Erklärung suchen, sondern mehrere Möglichkeiten gleichzeitig betrachten können. Für manche Menschen wirkt diese Komplexität vielleicht überwältigend. Für mich fühlt sie sich ruhig an, fast wie Urlaub. Vielleicht, weil ich dort nicht versuchen muss, meine Wahrnehmung linear zu halten. Und genau deshalb fühlt sich Astrologie für mich manchmal so befreiend an: Dort muss es nie leise im Kopf sein. Die vielen Ebenen, die ich an anderer Stelle ausblenden muss, werden dort zu etwas, in dem ich mich bewegen kann.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich an der Astrologie nicht nur einzelne Themen interessieren, sondern gerade das Zusammenspiel. Die Achsen, die Qualitäten, die Elemente, die Planeten, Sonne und Mond, Lilith und Chiron, die Asteroiden, der Glückspunkt, die Mondknoten, die Tierkreiszeichen, die Häuser und ihre Herrscher, die Aspekte und Aspektfiguren, Rückläufigkeiten und Transite. Dazu kommen psychologische, moderne und traditionelle Astrologie. Es sind unzählige Ebenen, die miteinander in Beziehung treten können. Und genau darin liegt für mich etwas Beruhigendes. Ich muss nicht aus vielen Informationen eine einzige machen. Ich darf die Verbindungen sehen.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich über mich gelernt habe: Ich musste nicht lernen, wie ich mich besser anpassen kann. Ich musste lernen, mich selbst besser zu verstehen und so zu leben wie ich bin.
Viele Menschen verbringen einen großen Teil ihres Lebens damit, Seiten von sich zu verstecken, die nicht in Erwartungen anderer passen. Sie versuchen, weniger sensibel zu sein, weniger emotional, weniger kreativ oder weniger intensiv. Ich habe lange versucht, linear zu denken und weniger von dem zu zeigen, was in meinem Kopf passiert. Heute weiß ich, dass die Tatsache, dass es nie leise im Kopf ist, nicht bedeutet, dass ich falsch bin. Ich nutze es als Stärke im Coaching sowie in der Astrologie, da gerade dieses Denken mir hilft den Menschen und sein Problem nicht nur eindimensional zu sehen, sondern in seiner ganzen Komplexität.

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Fazit: Nie leise im Kopf: Wenn Denken nicht linear ist.
Nachdem ich Jahre damit verbracht habe, in einen Rahmen zu passen, der nie für mich gemacht war, weiß ich heute, dass ich nicht linear denken muss, sondern anders denken darf. Es muss nicht leise werden in meinem Kopf, damit ich zur Ruhe komme. Ich muss nicht versuchen, meine Gedanken zu sortieren, bis nur noch einer übrig bleibt. Genau die vielen Gedanken, Verbindungen, Bilder und Perspektiven sind ein Teil von dem, was mich ausmacht. Was früher oft gegen mich gearbeitet hat, ist heute etwas, das ich bewusst für mich nutze.
Nicht jeder Mensch passt in jede Form. Manche Menschen denken in Bildern, manche denken in Sprache, manche brauchen Bewegung, Austausch oder praktische Erfahrungen und manche Menschen verbinden viele Ebenen gleichzeitig. Das bedeutet nicht, dass ein Weg besser ist als der andere. Es bedeutet nur, dass Menschen unterschiedlich funktionieren.
Brauchst du Unterstützung?
Vielleicht gibt es etwas in dir, dass du jahrelang versteckt hast. Etwas, das nicht in die Erwartungen anderer Menschen passte. Etwas, von dem du dachtest, es sei zu viel, zu wenig oder einfach zu anders. Gerne unterstütze ich dich im Coaching darin, dein wahres selbst nicht nur zu finden, sondern auch zu leben.
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