8 Wege aus der Trauer

von | 09.12.2020 | Verlust, Trauer und Kummer

Der Verlust eines geliebten Wesens

Nichts tut so weh, wie wenn jemand stirbt, denn man liebt. Sich nie wiederzusehen, nie mehr Zeit miteinander zu verbringen und alles was bleibt sind die Erinnerungen. Man spürt nur noch diesen unvorstellbaren Schmerz, den Klos im Hals, den Druck im Bauch und die Sehnsucht. Die Sehnsucht die einen förmlich lebendig verschlingt.

Die Erinnerung bleibt.

Der Verlust eines geliebten Wesens hinterlässt eine kaum zu ertragene innerer Leere. Gefühle der Trauer überwältigen einen, lähmen einen geradezu und bestimmten den Alltag. Es scheint unvorstellbar diese Trauer, diesen Verlust ertragen zu können und doch muss man weiterleben. Jede Erinnerung, erinnert einen an den Verlust. Man hört ein Lied, welches einen sofort an ein Ereignis zurückerinnert, man riecht einen Geruch, sieht einen Gegenstand, im Grunde ist es egal, den absolut alles bringt eine Erinnerung zurück.

Es gibt so vieles, was ungesagt bleibt.

Man versucht sich an die schönen Momente zu erinnern, an alles Positive, was man zusammen erleben durfte, doch was, wenn man sich gestritten oder vernachlässigt hat, wenn alles andere wichtiger war. Die Trauer paart sich mit dem schlechten Gewissen, denn man kann es niemals wieder gut machen, nie mehr zeigen, wie sehr man geliebt hat und sich nie entschuldigen.

Die Erde dreht sich weiter

Das schlechte Gewissen macht einen fertig, die Trauer lähmt einen regelrecht und doch dreht sich die Welt einfach weiter. Warum bleibt sie nicht stehen? Wie kann sie sich jetzt noch weiter drehen? Und dann wird auch noch erwartet, dass man einfach so weiter sein Leben führt, doch wie, wenn jetzt alles anders ist? Es fehlt etwas, es fehlt jemand und es wird niemals wieder so sein wie es war.

Trotz des Verlustes muss man weiter arbeiten, um sein Geld zu verdienen, essen und trinken, um weiterzuleben, hat man Kinder oder Haustiere müssen diese weiterhin verpflegt, umsorgt und sogar bespaßt werden. Wie soll das nach so einem Verlust jetzt noch möglich sein?

„Reis dich zusammen“

Ist der Ratschlag, den man wohl am häufigsten hört und sich auch selbst in einer Dauerschleife einredet. Doch wäre das nur so einfach…

Trauer und Schmerz

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Die Hoffnung bleibt.

Alles, wirklich alles erinnert an den Verlust, man weiß zwar, dass es nicht möglich ist, doch insgeheim hofft man, dass das geliebte Wesen einfach um die nächste Ecke auf einen zu läuft, im Zimmer auf einen wartet oder zumindest gleich auftaucht. Doch wird dies nicht passieren. Immer wieder meint man die Stimme zu hören und jedes, wirklich jedes Mal hofft man, obwohl man es besser weiß, dass das alles nur ein grausamer Albtraum war, aus welchem man erwacht.

Doch es ist kein Albtraum, sondern das Leben.

Der Tod gehört zum Leben mit dazu, in manchen Kulturen wird er sogar gefeiert, doch in unserer Kultur ist er schlicht und einfach ein verfluchter Dieb, der uns das Liebste aus unserem Leben reist. Man verdammt den Tod, würde am liebsten auf ihn losgehen und zwingen alles rückgängig zu machen, doch leider geht das einfach nicht.

Verräter!

Man fühlt sich wie ein Verräter, wenn man auch nur das kleinste positive Gefühl in sich aufkommen lässt. Glücklich zu sein, nach so einem Verlust, fühlt sich einfach Falsch an. Doch die Welt, die sich weiter dreht, reißt einen irgendwann einfach mit sich und plötzlich fühlt man wieder etwas, etwas Positives. Und auch wenn es sich noch so falsch anfühlt, ist das gut so, denn ganz bestimmt würde sich der Verstorbene für Sie wünschen, dass es Ihnen gut geht.

Doch wie kann man mit diesem Verlust und der damit einhergehenden inneren Leere weiter leben?

Verlust

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Jeder überwindet die Trauer auf seine ganz eigene Art, was jedoch allgemein hilfreich sein könnte, ist:

Lassen Sie sich Zeit

Jeder durchläuft seinen eigenen Trauerprozess und dieser benötigt einfach Zeit. Geben Sie sich selbst die Zeit, die Sie brauchen.

Akzeptanz

Akzeptieren Sie all Ihre Gefühle und erlauben Sie sich zu trauern. Die Trauer ist nichts für das Sie sich schämen müssen. Während ein Todesfall eines Menschen und die damit einhergehende Trauer von der Gesellschaft noch gerade so akzeptiert wird, sieht es bei einem Tier etwas anders aus. Nicht jeder kann nachvollziehen, dass man zu einem Tier ebenso starke Gefühle aufbauen kann, wie zu einem Familienmitglied. Wer würde zu einer Mutter schon sagen, dann besorge dir eben ein neues Baby, bei einem Tier muss man sich solche Kommentare jedoch gefallen lassen. Die Wahrheit ist, Trauer ist Trauer und selbst wenn Sie von außen keine Akzeptanz erwarten dürfen, gewähren Sie sich diese zumindest selbst.

Reden Sie darüber!

Sich zurückzuziehen und allein mit dem Verlust klar zu kommen führt nur dazu, dass die Trauer, Verzweiflung und Sehnsucht immer stärker werden. Wenn Sie niemanden zum Reden haben, können Sie eine Trauerbewältigungsgruppe aufsuchen, hier treffen Sie Menschen, die dasselbe durchmachen und verstehen, was in Ihnen vor sich geht.

Routine

So banal es auch klingen mag, eine Routine kann tatsächlich hilfreich sein, um in Ihr Leben zurückzufinden. Hier erweist sich eine To Do Liste als recht hilfreich. Stellen Sie jeden Tag zusammen, was zu tun ist und achten Sie darauf, sich nur ganz kleine Schritte zuzumuten, schreiben Sie wirklich nur das Nötigste auf und steigern Sie sich auch nur sehr langsam und behutsam.

Kleine Schritte

Nach einem großen Verlust, bricht alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen und muss erst wieder neu aufgebaut werden. Verlangen Sie sich hierbei nicht zu viel zu früh ab, sondern machen Sie einen kleinen Schritt nach dem anderen.

Entscheidungen

Sollten große Entscheidungen anstehen, wie ein Umzug, Hausverkauf oder eine Renovierung, dann schieben Sie diese, wenn es möglich ist etwas auf, bis Sie sich dazu wirklich bereit fühlen.

Verplanen Sie die Wochenenden

Gerade am Wochenende neigt man dazu, sich besonders einsam zu fühlen, deswegen versuchen Sie hier etwas zu unternehmen, sei es ein Hausputz oder ein Besuch von Freunden. Im Grunde ist es ganz egal, was Sie tun, Hauptsache Sie lenken sich etwas ab.

Kümmern Sie sich wieder, um sich selbst

Wenn Sie meinen, soweit zu sein, dann kümmern Sie sich wieder um sich selbst, machen Sie sich schick, gehen Sie aus dem Haus, machen Sie einen Spaziergang, gehen Sie wieder Ihren Hobbys nach, kochen Sie etwas Leckeres oder treffen Sie sich mit Freunden.

Kontrolle und Sicherheit

Einen solchen Verlust zu überwinden ist eines der schwersten Dinge, die das Leben zu bieten hat. Ich musste mich selbst gerade erst verabschieden und kämpfe mich nur langsam wieder zurück in das „normale Leben“. Es war nicht das erste Mal, dass ich mich von einem geliebten Wesen verabschieden musste und wird wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal sein.

Der Tod gehört nun mal zum Leben dazu.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie allein nicht mit der Trauer fertig werden, dann suchen Sie sich Hilfe. Meist hilft es schon mit jemandem darüber zu reden, der einem wirklich zuhört und einen versteht.

Titelbild: Rawpixel.com/Shutterstock.com

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Stefanie Schmiedeberg
Stefanie Schmiedeberg ist ein systemischer Life und Business Coach. Das Coaching und die Lebensberatung unterstützt Sie dabei, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, eine gesunde Work - Life - Balance herzustellen, zu sich selbst zu finden und all Ihre Wünsche, Ziele und Träume wahr werden zu lassen.

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